Wir haben uns zum Ziel gesetzt, jeden Reststoff einer ökonomisch und ökologisch sinnvollen Verwertung zuzuführen. Vorraussetzung dafür ist die klare Definition der Reststoffe, ihre eindeutige Klassifizierung und ein fachgerecht darauf abgestimmtes Verwertungskonzept.
Die prozessintegrierte Aufbereitung von Altpapier und die damit verbundene Separierung von Verunreinigungen, erfolgt in Papierfabriken vollautomatisch. Die dabei ausgesonderten Reststoffe beinhalten viele unterschiedliche Bestandteile, die in der Regel aufwendig entsorgt werden müssen. Diese Abfälle haben trotz klarer Reststoffbezeichnungen (AVV) nie eine einheitliche Zusammensetzung, was einen besonders sensiblen Umgang im Rahmen der Entsorgung erfordert. Wir schauen für Sie aufs Detail.

Die Spuckstoffe, die nach dem Pulper/Auflöser entstehen, sind sehr grob strukturiert. Der Kunststoffanteil ist hoch und liegt zwischen 70 und 80 %. Weitere Inhaltsstoffe sind Metalle, Steine, Gummiteile, Sand sowie Hausmüllbestandteile aller Art. Sie werden mechanisch entwässert und fallen mit einer Restfeuchte von 25 bis 45 % in loser Schüttung an.

Darunter versteht man die in den Pulper eingetragenen und durch dessen Rotationsbewegung verdrillten Stahldrähte, mit denen die Altpapierballen gebündelt waren, und die meist groben Störstoffe, die durch die Drähte aufgefangen werden. Sie werden durch Winden dem Pulper kontinuierlich entnommen und teilweise hydraulisch geschnitten. Bei diskontinuierlicher Pulperentleerung fallen die sog. Bären, ein matratzen- oder ballenartiges Drahtgewölle, an.

Unter der mineralischen Fraktion versteht man das Rejekt, welches meist am Rechenklassierer entsteht und überwiegend aus kleinen Partikeln wie z. B. Sand, Glas, Steinen, Heftklammern, Fasern und kleinen Kunststoffteilchen besteht.

In einem Reaktions-Turm werden mittels spezieller De-inking-Chemikalien die Druckfarben gelöst. Entstipper heben die Pigmente von den Fasern ab und bereiten den Stoff für die Flotation vor. In der Flotation wird auf Wasser durch chemische Hilfsmittel und eingeblasene Luft ein Schaum erzeugt, der die Farbpartikel festhält. Danach wird der Schaum mit dem Abfall angezogen und eingedickt. Das System arbeitet mit geschlossenem Wasserkreislauf und hat nur geringe Faserverluste. Der De-inking-Schlamm fällt in sauberer, krümeliger Struktur in loser Schüttung mit 60 bis 70 % TS an.

Nach Ausschluss der Spuckstoffe folgt die Sortierstufe, die die Fangstoffe vom Gutstoff trennt. Diese feineren Rejekte bestehen zu über 50 % aus Fasermaterial, daneben aus viel feinem Schmutz wie Kunststoff- und Styroporresten sowie aus viel Sand. Das Fasermaterial besteht im Wesentlichen aus Papierfasern und Farbstoffen. Die Fasern halten das Wasser aus den Auflösungsprozessen in Form von Zell- und Kapillarwasser fest, das durch eine mechanische Aufbereitung nur schwer abzutrennen ist. Der Fangstoff wird ebenso wie die übrigen Reststoffe über Pressen mechanisch entwässert und fällt in loser Schüttung mit einer Restfeuchte von 30 bis 60 % an.

Der Bioschlamm entsteht in der Kläranlage, hier wird dem Prozesswasser der letzte Anteil Fremdstoffe über einen biologischen Schritt entnommen. Der Bioschlamm wird eingedickt und fällt in loser Schüttung mit einer Restfeuchte von 55 bis 80 % an. In wenigen Ausnahmefällen wird er auch thermisch getrocknet und entsteht als Granulat mit bis zu 98 % TS.

Ersatzbrennstoffe haben in den vergangenen Jahren eine immense positive Entwicklung hinter sich und bergen ein sehr großes Potential in sich. Sie werden in den unterschiedlichsten Formen hergestellt und bestehen aus produktionsspezifischen gewerblichen Abfällen. Bereits im Input wird sehr stark auf Qualität und Güte des Brennstoffes geachtet. Nur die regelmäßige Analyse und Kontrolle der Inputstoffe sowie das möglichst immer gleichmäßige Rezept bilden die Garanten für eine gleich bleibend gute Qualität. Gerade in puncto Qualität hat die Gütegemeinschaft mittlerweile auch klare Grenzwerte aufgezeigt, die allgemein akzeptiert und eingehalten werden. Sämtliche produktionsspezifischen gewerblichen Abfälle erfahren eine umfangreiche Aufbereitung über verschiedene Zerkleinerungsstufen; FE- und NE-Anteile werden entfernt. Durch den gezielten Einsatz ausgesuchter Inputstoffe werden kundenspezifische Werte wie Heizwert, Chlor- oder Feuchtigkeitswerte im EBS/SBS eingestellt, um somit für jeden Empfänger von Ersatzbrennstoff den für ihn und seinen Prozess geeigneten Brennstoff herzustellen. In der Regel sind die Zement- und die Kraftwerksindustrie heute die größten Abnehmer für solche Ersatzbrennstoffe.

Diese Aschen entstehen entweder als Asche aus der eigenen Reststoffverbrennungsanlage oder aus dem eigenen Kraftwerk. Die Aschen sind sehr fein und werden als lose Ware mittels Silotechnik gelagert und transportiert.

Klärschlamm ist i. d. R. die Bezeichnung für den ausgefaulten bzw. auf sonstige Weise stabilisierten Schlamm aus Kläranlagen. Klärschlamm aus häuslichen Abwässern enthält viele Nähr- und Humusstoffe und kann unter bestimmten Voraussetzungen als Düngemittel verwendet werden.